Drent & Herent am 16.07.2017 in Breitenberg

Die "Neue Welt" feiert grenzenlos

Den Auftakt bildete bei strahlend blauem Himmel ein Sternmarsch zum Gotteshaus. Vereine und Organisatoren der vier Gemeinden zogen - jeweils angeführt von örtlichen Musikkapellen - an vielen Zuschauern vorbei in die Kirche St. Raymund ein. Bürgermeister Helmut Rührl kommentierte den Einzug mit launigen Worten über die Gemeinsamkeiten der Menschen in der "Neuen Welt", deren Schmugglerwege schon immer besser ausgebaut waren als so manche Straße. Aus dem einstigen Notstandsgebiet am "Eisernen Vorhang" sei eine Region in der Mitte Europas geworden, in der die Menschen keine Grenzen mehr kennen.

Den Gottesdienst gestalteten der Kirchenchor unter der Leitung von Maria Proksch sowie Lydia Proksch an der Orgel und Kapellmeister Oliver Wurster an der Trompete musikalisch. In seiner Predigt spürte Pfarrer Wolfgang Hann in Anlehnung an das Evangelium mit den Worten "Hier ist gut sein" den Bedeutungen des Begriffs Heimat nach.

Auch die Ehrengäste - darunter stellv. Landrat Raimund Kneidinger, MdL und BRK-Kreisvorsitzender Walter Taubeneder, BRK-Kreisgeschäftsführer Horst Kurzböck sowie Bereitschaftsleiter Jürgen Wöhnl - nahmen bei der Segnung des Einsatzfahrzeugs für die sechs Helfer vor Ort " (HvO) in der 46 Mitglieder starken Breitenberger Bereitschaft in ihren Grußworten immer wieder auf die Heimat Bezug. Und natürlich gingen sie auf den segenreichen Dienst der Ersthelfer und ihres Bereitschaftsarztes Dr. Michael Rosenberger ein. Alle Redner betonten aber auch die große Gemeinschaftsleistung, welche die Neuanschaffung des VW Tiguan darstelle, der samt Ausstattung 40 000 Euro gekostet hat. Der Kauf sei nur dank einer immensen Spendenbereitschaft vieler Bürger, Vereine, Organisationen und Firmen möglich geworden. Unter anderem hat sich die Breitenberger Werbegemeinschaft hier eingebracht und auch die Firma Sumida aus Erlau. Dort hätten die Mitarbeiter bei einer vom Betriebsrat initiierten Weihnachtssammlung rund 2500 Euro gespendet, wie Betriebsratsmitglied Silvia Angerer vor Ort erzählte. Die Firma stockte den Betrag auf 5000 Euro auf, wofür gestern auch Vorstand Paul Hofbauer gedankt wurde. Ganz besondere Dankesworte richteten die Redner auch an die Hinterbliebenen von Helga Renner, Erich Sageder und Manfred Pilger. Die Familien der drei Verstorbenen haben die Kondolenzzuwendungen jeweils für die Anschaffung des "HvO"-Fahrzeuges gespendet.

Das Einsatzfahrzeug der Bereitschaft, die seit 1994 besteht und von Bernhard Lehner und seiner Stellvertreterin Anna Bräuer geleitet wird, stelle - wie in so vielen anderen ländlichen Gemeinden - eine "sinnvolle Ergänzung des Rettungsdienstes dar", sagte BRK-Kreisvorsitzender Walter Taubeneder. Denn im Notfall würden Minuten über Leben und Tod entscheiden. "Die sehr gut ausgebildeten und ortskundigen Ersthelfer sind bei medizinischen Notfällen schnell am Einsatzort und beginnen mit den Sofortmaßnahmen, bis der Rettungsdienst eintrifft", erläuterte Taubeneder. Er und Vize-Landrat Raimund Kneidinger wünschen den "Helfern vor Ort" Gottes Beistand bei ihren Einsätzen - und dass sie das neue Fahrzeug so gut wie nicht benötigen mögen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils spielten alle vier Musikkapellen gemeinsam zwei Stücke, bevor die große Festgemeinde zum Feuerwehrhaus zog, um grenzüberschreitend bei Speis´und Trank zu feiern.

Text und Bilder:
PNP Bericht von Carola Brunner

 

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Breitenberg, ein starkes Stück Heimat...