Breitenberger Jahreszeiten
23.08.2011 (09:41)
Frauen-Power der besonderen Art war im Breitenberger Hof geboten. Auf Einladung der Kulturreihe "Breitenberger Jahreszeiten" traten "Zworaloa" aus der Holledau auf: Vier Damen reiferen Alters mit gehörigem Mundwerk und Gitarre "bewaffnet" begeisterten das Publikum von der ersten Minute an.
Sie machen den Eindruck als könnten sie kein Wässerchen trüben, mischen sich schon vor dem Auftritt unters Publikum, unterhalten sich mit jedem und das einzig Auffällige ist die Kleidung, vor allem die verschiedenfarbigen Schuhe. Aber wehe , wenn sie losgelassen… .
"Zworaloa", das ist beste bayerische Wirtshausmusik mit frechen Texten, manchmal etwas derb, aber nie unter der Gürtellinie. Seit 1996 machen die vier Damen aus Niederummelsdorf in der Holledau Musik und haben im Laufe der Jahre einen ganz eigenen Stil entwickelt, der beim Publikum bestens ankommt. Denn sie singen von Alltagserlebnissen, von Dingen, mit denen jeder schon irgendwie einmal konfrontiert war. Vor allem die Geschlechter haben es ihnen angetan. Männerfeindlich sind sie bestimmt nicht, aber das starke Geschlecht muss schon was aushalten können, frei nach dem Motto "A Gscheiter hoits aus und um a Glump is net schad!" Die großen und kleinen Schwächen der Männer werden gnadenlos aufs Tablett gebracht und in humorvoller Art und Weise dargeboten. Wer dazu nicht lachen kann, ist wirklich selber schuld. Zwischendurch erzählt die Chefin von "Zwoaraloa", Brigitte Krojer-Gruber, die für die Texte und die Musik verantwortlich zeichnet, auf ihre ganz eigene Art in Gedichtform von Erlebnissen und Erfahrungen, streut den einen oder anderen Witz ein und leitet so gekonnt zum nächsten Musikstück über.
Freilich sind nicht nur die Männer Objekte ihres Angriffs auf die Lachmuskulatur, auch die besonderen Eigenarten der Frauen werden gehörig aufs Korn genommen. Ob’s die Ratscherei ist, der Diätenwahnsinn oder die Erfahrungen beim Wellnesswochenende – wie in Sachen Männer wird auch das Weibliche mit Worten "filetiert" und facettenreich dargeboten.
Dem Publikum gefällt die Mischung außerordentlich, vielleicht gerade deshalb, weil die vier von "Zworaloa" trotz ihres mittlerweile hohen Bekanntheitsgrads einfach ganz normal geblieben sind. Und weil alles, was sie vortragen, Sinn ergibt, sich jeder irgendwo und irgendwie wiederfinden kann. Dass die vier dazu auch noch singen können, solo oder mehrstimmig, steht außer Frage. Und sie schaffen es mühelos alles Anwesenden in ihren Bann zu ziehen. Eine "Bühnenshow" haben sie nicht nötig, sie sind originell, original und Frau genug eine überaus dichte Atmosphäre zu schaffen, der sich niemand so wirklich entziehen kann. Das alles geschieht mit einer spielerisch anmutenden Leichtigkeit, immer mit einem gewissen Augenzwinkern und vor allem mit einer Sprache, die zwar manchmal direkt, nie jedoch beleidigend ist. Und noch etwas ist besonders an "Zworaloa": Ihr Humor trifft ins Schwarze, weil es die vier tunlichst vermeiden, sich auf bestimmte Personen oder Ereignisse festzulegen. Darin unterscheiden sie sich wohltuend von den vielen Comedians, die ihre Witze stets auf Kosten anderer machen. Nein "Zworaloa" verstehen es blendend auf typisch bayerische Art alles und jeden auf den Arm zu nehmen, am meisten sich selbst. Das macht diese Gruppe überaus sympathisch.
Das Publikum honorierte einen hervorragenden Abend mit reichlich Applaus und alle Anwesenden, sowie jeder der "Zworaloa" verpasst hat, kann sich schon auf ihren nächsten Auftritt in unserer Gegend freuen: am 2. Oktober beim ersten Klafferstraß`ler MundArt-Festival.
Textverfasser: Johannes Wiesmann


