Brauchtum

Feste & Feiern

Der Wechsel der Jahreszeiten und die kirchlichen Feiertage bestimmen in Breitenberg den alljährlichen Festtagskalender. Die Mitglieder der Breitenberger Blaskapelle und die "Berglandla" in ihrer schmucken Tracht sorgen bei den Festen für den richtigen Ton und den besonderen Farbtupfer.

Die Breitenberger, "ein lustiges Völkchen" wie schon vor 100 Jahren ein Reisender feststellte, feiern gern und lassen Sie gerne teilhaben an ihrer Freude und ihren Festen.

Neujahranblasen

Es hat sich zu einer guten Tradition in Breitenberg entwickelt, dass die Mitglieder der Blaskapelle den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde musikalische Neujahrsgrüße überbringen. So sind jedes Jahr ca. 25 Musikanten unter der Leitung des Dirigenten Oliver Wurster in den Tagen nach Weihnachten im Gemeindegebiet unterwegs, um das alte Jahr "hinauszuspielen" und das neue musikalisch zu begrüßen.

Von den Hl. Drei Königen zu den Sternsingern

Bildtext:
Pfarrkirche Niederlana: Anbetung der drei Weisen am Flügelaltar von Hans Schnatterpeck (1503 - 1508)

Das Sternsingen geht auf die Erwähnung der Sterndeuter, Magier oder Weisen im Matthäus-Evangelium (Mt 2,1) zurück: „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem“.
Im 6. Jahrhundert wurden auf Grund der drei Weihegaben bei Matthäus und des Bezugs auf das Alte Testament Psalm 72 drei Personen vermutet: „… Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie wieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar“ (Mt 2,11).
In Psalm 72 heißt es: „… Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben …“.
Aus den Sterndeutern wurden die drei Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Zahlreiche Legenden erzählen das von Wundern erfüllte Leben der drei Weisen, ehe ihnen der Weihnachtsstern erschien und sie die Reise nach Jerusalem unternahmen, vor Herodes standen und das Kind im Stall von Bethlehem aufsuchten. Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel (dem heutigen Istanbul) durch Kaiserin Helena. Ende des 4. Jahrhunderts kamen die Religionen der „drei Weisen aus dem Morgenland“ nach Mailand. Nach der Unterwerfung Mailands durch den deutschen Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ kamen sie 1164 nach Köln, wo sie im kostbaren „Dreikönigsschrein“ im Kölner Dom aufbewahrt und verehrt werden.
Verschieden wurden im Schrifttum des Mittelalters die Namen und Geschenke gedeutet: Im Malerbuch vom Berg Atlas ist die Reihenfolge Caspar, Melchior, Balthasar festgelegt.
Die Geschenke sind so gedeutet: Das Gold – von Melchior überbracht – bezeichnet den einem König gebührenden Weisheitsschatz. Der Weihrauch – meist Balthasar zugeordnet – bezeichnet das ergebungsvolle Opfer und Gebet. Die Myrrhe – das Geschenk von Caspar – steht für die reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Im 12. Jahrhundert kam die Unterscheidung von drei Lebensalter auf: demnach war Balthasar ein Greis, Melchior ein Mann mittleren Alters, Caspar ein Jüngling; seitdem trat der jüngste als Mohr auf. Die drei Könige wurden auch als Vertreter der damals bekannten drei Erdteile angesehen, wobei Balthasar Asien, Melchior Europa und Caspar als Schwarzer Afrika vertritt. Die Ursprünge des Sternsingens liegen vermutlich in den ab dem 12. Jahrhundert bekannten Dreikönigsspielen.
Aufzeichnungen des Klosters St. Peter in Salzburg belegen ein erstes Sternsingen im Jahre 1541. Besonders nach 1560 verbreitete sich das Sternsingen und verband sich dabei mit dem zu dieser Zeit gebräuchlichen Ansingen beim Fest der Heiligen Drei Könige durch Schulchöre. Gebietsweise war das Sternsingen nur bestimmten Berufsgruppen erlaubt (z. B. den Leinewebern in Freising, den Salzach-Schiffern in Laufen, den Maurern im Münchner Vorort Au). In anderen Gegenden gingen arme Kinder und Jugendliche in Eigeninitiative von Haus zu Haus und sammelten Naturalien und Geld für sich und ihre Familien. Seit 1958 steuert die katholische Kirche in Deutschland die Sternsingeraktionen. Gesammelt wird für Entwicklungshilfeprojekte, die Kindern in Not weltweit helfen.
Vor allem Ministranten und Mitglieder der katholischen Jugend ziehen als „Sternsinger“, ausgestattet mit dem Stern und verkleidet als „Könige“, von Haus zu Haus, bitten um eine Gabe und segnen die Häuser, wobei sie die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C+M+B an die Haustüre schreiben, die für den Haussegen „Christus Mansionem Benedicat“, „Christus segne das Haus“ stehen. Populär sind diese Initialen als Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar geworden.

 

Sternsinger in Breitenberg

Bildtext: Aussendung der Sternsinger beim Silvestergottesdienst 2013

Unbekannt ist, seit wann in Breitenberg Sternsinger in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus ziehen und um Gaben bitten. Die mündliche Überlieferung berichtet, dass schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts notdürftig als Sternsinger verkleidete Buben und Mädchen unterwegs waren, ihre „Sprücherl“ aufsagten und um Gaben bettelten. Vielfach waren es Kinder der „Häuslersleute“, die mit dem Erbettelten zum Auskommen der Familie beitragen mussten. Sogar aus Nachbarpfarreien kamen bettelnde Sternsinger nach Breitenberg. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg waren zahlreiche Kinder und Jugendliche in Breitenberg als Sternsinger unterwegs und sammelten Naturalien, Süßigkeiten und auch etwas Geld für den Eigenbedarf ein.

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Bildtext:
Gollnerberger Sternsinger beim
Anwesen Lorenz („Bloier“);
Aufnahme um 1960


 

 

Erst Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhundert nahm die Pfarrei die Sternsingeraktion in die Hand: die Buben und Mädchen wurden mit „Königsgewändern“ und Kronen ausgestattet und sie sammelten nicht mehr für sich selber, sondern sie gaben die Spenden weiter für Kinder in Not.

 

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Bildtext: Breitenberger Sternsinger; Aufnahmen um 1985
(Bilder von Kalender 2006 / 2011)

Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit“ waren 2014 in Breitenberg vier Erwachsenengruppen und eine Ministrantengruppe als Sternsinger unterwegs, um für notleidende Kinder in aller Welt „Gaben“ zu sammeln.
Die Zwanzig Sternsinger wurden beim Jahresschlussgottesdienst an Silvester von Pfarrer Wolfgang Hann ausgesandt, beim Pfarrgottesdienst am Dreikönigstag (6. Januar) brachten sie die gesammelten Spenden zum Altar.


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Bildtext: Breitenberger Sternsinger im Jahre 2014

Mit dem folgenden alten Sternsingerlied in Breitenberg schon vor dem 2. Weltkrieg gesungen, erbaten die Sternsinger Spenden für notleidende Kinder und schrieben an die Türen die bekannte Segensformel 20+C+M+B+14.

Wir sind die heiligen drei Könige,
vom Morgenland kommen wir her.
Wir reisen über das Wüstenland
und über das weite Meer.

Ein heller Stern unser Führer war,
vom himmlischen Gott ist er gesandt.
Drum reisen wir über die Dörfer
und Städte und brachten Geschenke dar.

Weihrauch, Myrre, rotes Gold,
das sind unsere Gaben.
Wir brachten es dem Kindlein hold,
das wir gefunden haben.

Wir haben heut Nacht auf dem Felde gewacht,
da hat uns ein Engel die Botschaft gebracht.
Wir sollen aufstehen nach Bethlehem gehen,
da werden wir Christus den Weltheiland sehn.

Breitenberg, ein starkes Stück Heimat...